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Kärpflingsdamen haben’s gerne groß
von HEST (10.5.2005, 8:55)

Manchmal kommt es eben doch auf die Größe an: Die Weibchen des Texaskärpflings bevorzugen Männchen mit einem großen Begattungsorgan. Das haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Doch ein großes Begattungsorgan ist nur in räuberlosen Umgebungen von Vorteil, da es die Fluchtgeschwindigkeit der Fische herabsetzt.

Die Weibchen des in den USA heimischen, lebendgebärenden Texaskärpflings Gambusia affinis verbringen bis zu 80 Prozent mehr Zeit mit Männchen, die ein großes Begattungsorgan haben, und paaren sich auch bevorzugt mit diesen. Diese überdurchschnittlich großen Begattungsorgane, auch Gonopodien genannt, machen eine schnelle Flucht bei Gefahr jedoch unmöglich, wie die Forscher beobachteten. Die gut bestückten Männchen haben deshalb eine größere Wahrscheinlichkeit, von Feinden gefressen zu werden. Große Begattungsorgane konnten sich deshalb nur in räuberlosen Umgebungen durchsetzen: Die Gonopodien waren hier um 15 Prozent größer als bei Männchen aus räuberreichen Regionen.

Aus diesen Erkenntnissen schließt Langerhans, dass die Gonopodiengröße bei Texaskärpflingen vergleichbar ist mit dem Pfauenschwanz und auch zu den so genannten sekundären Sexualmerkmalen zählt: Die Fischweibchen wählen Geschlechtspartner mit einem möglichst großen Begattungsorgan – wie ein Pfauenweibchen, das sich für das Männchen entscheidet, das das schönste Rad schlagen kann. Bisher wurden Genitalien nicht als sekundäre Sexualmerkmale angesehen. Wie andere männliche Körpermerkmale von den Weibchen anderer Spezies zur Partnerwahl genutzt werden, fällen die Kärpflingsweibchen die Entscheidung nach der Gonopodiumsgröße. Dies erkläre zumindest teilweise die große Formenvielfalt der Begattungsorgane, erklärt Langerhans.

Weitere Studien sollen zeigen, welche Rolle die Formenvielfalt der Begattungsorgane bei der Entstehung neuer Arten spielt. Zudem soll untersucht werden, ob auch die Weibchen anderer lebendgebärender Fischarten Männchen mit großen Gonopodien bevorzugen.

Brian Langerhans (Washington-Universität, St. Louis) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung


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