Aktuell

Weißer Hai im Aquarium
von HEST (28.9.2004, 9:43)

Beifang ist das, was man eigentlich gar nicht haben will. Doch was einem Trawler, der vor der kalifornischen Küste auf Heilbuttfang war, ins Netz ging, war hoch willkommen: Ein junger Weißhai - ein noch nicht einmal zwölf Monate altes Weibchen von rund 1,20 Meter Länge und 28 Kilogramm Gewicht. Der Fang wurde drei Wochen lang in einem Großgehege weit vor der Küste an seine Gefangenschaft gewöhnt, seit Mitte dieses Monats schwimmt er im "Outer Bay"-Becken des Monterey Bay Aquariums.

Randy Hamilton, Verwaltungsdirektor des Aquariums, ist begeistert: "Es ist unglaublich, der Hai hat schon am ersten Tag bei uns etwas gefressen. Das übertrifft unsere kühnsten Erwartungen." Es waren gut 400 Gramm Lachsfilet, die der Fisch in mehreren Happen verschlungen hat - einzeln auf eine lange Stange gespießt und ins Wasser gehalten. Es ist das erste Mal, dass ein Weißer Hai direkt vom Menschen angebotenes Futter angenommen hat, und darauf sind alle Beteiligten besonders stolz. Bisher sind weltweit 37 Fälle bekannt geworden, in denen versucht wurde, einen Weißen Hai in Gefangenschaft zu halten. Alle gingen schief, weil die Tiere das Futter verweigerten.

In Monterey wird dem Neuzugang jetzt jeden Tag neues Futter angeboten, denn Haie haben einen hohen Energiebedarf. Sie sind Warmblüter, die ihre Körpertemperatur immer einige Grad über der Umgebungstemperatur des Wassers halten.

Bis jetzt scheint sich das junge Weibchen in der Gesellschaft mit den Meeresschildkröten, Thunfischen und Hammerhaien im 3,8-Millionen-Liter-Schaubecken wohl zu fühlen. Doch die Haltung dieser Tiere ist schwierig. Die bisher längste Lebensdauer eines Weißen Hais in Gefangenschaft währte nur ganze 16 Tage. Als gnadenlose Bestien und Menschenfresser verschrien, erweisen sich die Weißen Haie nämlich als höchst sensibel.

Deshalb wurde das Tier anfänglich in einem riesigen Gewöhnungsgehege gehalten; der durch den Fang entstandene Stress sollte abgebaut werden, bevor der Transport in das kleinere Schaubecken erfolgte. Doch auch jetzt sind die Verantwortlichen noch besorgt. Die junge Haidame wird rund um die Uhr von Mitarbeitern beobachtet. Vom Verhalten des Tieres wird abhängen, ob es auf Dauer im Schauaquarium bleibt.

Seit Mai 2002 läuft am Monterey Bay Aquarium das "Weißhai-Forschungsprojekt", in dessen Rahmen Verhalten und Biologie der Tiere erforscht werden. Dazu gehört auch, einen gefangenen Hai zu untersuchen und zur Schau zu stellen. "Untersuchungen an Besuchern haben gezeigt, dass das Erlebnis, ein lebendiges Tier zu beobachten, einen lang anhaltenden Eindruck auf die Menschen macht", sagt Cynthia Vernon, Vizepräsidentin des am Aquarium laufenden Naturschutzprogramms. "Gerade im Hinblick auf die Verteufelung der Weißen Haie müssen wir die öffentliche Meinung ins Positive wenden, wenn wir ihr Überleben sichern wollen."

So gefürchtet die Weißen Haie sind, so wenig weiß die Wissenschaft über sie. Seit Beginn des "Weißhai-Projekts" wurden deshalb mehrfach Jungtiere, die als Beifang ins Netz gingen, mit "Tags" versehen und freigelassen. Die "Tags" sind Kleincomputer, die für das Tier schmerzlos an der Rückenflosse befestigt werden. Sie zeichnen über einige Wochen Ortsveränderungen, Tauchtiefen, Wassertemperatur und andere Daten auf. Nach einer zuvor bestimmten Zeit lösen sie sich vom Hai ab, driften an die Oberfläche und senden ihre Daten via Satellit an die Forschungsstation.


[1824x gelesen] [Artikel drucken]

Zum Seitenanfang

Hier könnte Dein Banner erscheinen!

 

 

Webmail
Kurspreise
Kurskalender
Veranstaltungen
Buddybörse
Flohmarkt
E-Cards
Newsletter
Mitglied werden
Galerien
Datenschutzerklärung


Login
Registrieren

Juli, 2021

  So Mo Di Mi Do Fr Sa
     010203
 04050607080910
 11121314151617
 18192021222324
 25262728293031
        

Newsletter Abo

RSS feed

English Version
La version francais